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BASEL Festival GALA

S A  4 . A P R I L  2 0 2 0 , 1 9 : 3 0

Programm

Felix Mendelssohn Bartholdy: Oktett op.20

Max Bruch : Oktett op. posth. (1920)

 

Künstler

Violinen: Rennosuke Fukuda, Daniel Lozakovich, Sherniyaz Mussakhan, Jana Ozolina

Violas: Cyprien Semayne, Bence Falb

Violoncelli: Kian Soltani, Christoph Croisé

 

Das berühmte Oktett von Felix Mendelssohn führt uns ins sommerliche Berlin des Jahres 1825, an eine Adresse, die den Berlinern wohl vertraut ist: Leipziger Straße 3. Dort, wo heute der Deutsche Bundesrat tagt, hatte im 19. Jahrhundert die Bankiersfamilie Mendelssohn ihr Anwesen, ein Gartenpalais mit ausgedehntem Park, welches der Crème de la Crème des bürgerlich-intellektuellen Berlin als Refugium diente. Wo sich Alexander von Humboldt ein Observatorium einrichtete, Hegel, Schleiermacher und E.T.A. Hoffmann ein- und ausgingen, suchten auch weite Kreise des kunstliebenden Publikums am Wochenende Erholung bei geistigem Genuss. Am Sonntagnachmittag zwischen 14 und 16 Uhr versammelte man sich alle zwei Wochen zu den „Sonntagsmusiken“ der Mendelssohns, einer Konzertreihe, die im Berlin der Romantik legendären Ruf genoss.

 

Zu den Werken, die im Rahmen der Sonntagsmusiken ihre Uraufführung erlebten, gehörte das Oktett des Filius Felix. Es ist nicht nur eines der großen Meisterwerke der Kammermusik, sondern auch ein geistes- und musikgeschichtliches Dokument ersten Ranges für das Berlin des Idealismus.

 

Als Max Bruch 1838 in Köln geboren wurde, hatte Mendelssohnn noch sieben Jahre zu leben, und als er vor 100 Jahren 1920 in Berlin starb, war Strawinskys Sacre du Printemps schon sieben Jahre alt. Diese immense Spanne eines künstlerischen, kreativen Lebens verdeutlicht auch dessen Tragik: In der Tradition der Hochromantik aufgewachsen, konnte und wollte Bruch den gewaltigen stilistischen Entwicklungen zur Moderne nicht folgen. Für seine Zeitgenossen hatte er sich schnell überlebt. Zum Glück ist unser Blick heute freier für seine genuine künstlerische Leistung.

 

Die Kammermusik des ganz späten Bruch - das Streichoktett von 1920, ist geradezu romantisch-melodische Ausbrüche gegen ihre Zeit, wundervoll ausbalanciert und von meisterhafter Faktur. Eine Mischung von Staunen und Rührung überkommt einen beim Hören dieser Schwanengesänge des alten, vereinsamten Max Bruch.